PLA stellt keine Gefahr für das PET-Recycling dar
Biobasierte Kunststoffe wie PLA und eine verstärkte Wiederverwertung sind entscheidend für die Verwirklichung einer Kreislaufwirtschaft und die Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Zu diesem Zweck sollte PLA in die Abfallwirtschaftssysteme integriert werden, ohne dabei bestehende Recyclingkreisläufe zu stören.
Aufgrund seiner funktionalen und nachhaltigen Eigenschaften wird PLA hauptsächlich in Verpackungsanwendungen eingesetzt. Um Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen von PLA auf den PET-Recyclingkreislauf auszuräumen, führte die niederländische Universität Wageningen in Zusammenarbeit mit TotalEnergies Corbion eine Studie durch. Die Ergebnisse wurden im Januar dieses Jahres unter dem Titel „Auswirkungen von Schalen aus Polymilchsäure auf die optischen und thermischen Eigenschaften von recyceltem Polyethylenterephthalat“ veröffentlicht.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass PLA unter Berücksichtigung der derzeitigen industriellen Sortier- und Recyclingverfahren kaum oder gar keinen Einfluss auf recyceltes PET (rPET) hat. Der aktuelle PLA-Anteil im niederländischen recycelten PET wurde auf 0 % bis 0,019 % geschätzt. Selbst bei einem Anstieg des PLA-Verbrauchs ermöglicht die Nahinfrarot-Sortiertechnologie, diese Konzentration unter 1 % zu halten. PLA-Lebensmittelschalen wurden PET-Flaschen in Konzentrationen von 0,1 bis 1 % beigemischt. Bei 1 % und darunter war der Einfluss von PLA auf die optischen und thermischen Eigenschaften von PET vernachlässigbar. Umgekehrt zeigte bereits 0,1 % PVC eine negative Auswirkung auf recyceltes PET.
Die Autoren Eggo van Velzen, Sharon Chu, Karin Molenveld und Vladislav Jašo kommen zu dem Schluss: „Sofern die Sortier- und Recyclinganlagen ihren derzeitigen sorgfältigen Betrieb beibehalten, sind keine negativen Auswirkungen von PLA auf das PET-Recycling zu erwarten, und die weitere Integration biobasierter Kunststoffe in das Kunststoffabfallmanagementsystem kann vorangetrieben werden.“